Recht auf Karfreitag als Feiertag für alle Arbeitnehmer/innen | Körber-Risak Rechtsanwalts GmbH
Arbeitsrecht, Litigation, Laufende Beratung von Unternehmen im individuellen und kollektiven Arbeitsrecht, Geschäftsführer- und Managerdienstverträge, Arbeitszeitrecht, Arbeitnehmerdatenschutz, Beratung zu Lohn- und Sozialdumping, Ärztliches Berufsrecht, Vertretung von Unternehmen und Managern vor Behörden und Gerichten, Schadenersatzrecht, Arzthaftung, Bauprozesse
8798
post-template-default,single,single-post,postid-8798,single-format-standard,cookies-not-set,qode-listing-1.0.2,qode-news-1.0,qode-quick-links-1.0,ajax_updown,page_not_loaded,,qode-title-hidden,qode_grid_1300,footer_responsive_adv,qode-content-sidebar-responsive,qode-theme-ver-17.2,qode-theme-bridge,disabled_footer_bottom,qode_header_in_grid,bridge,wpb-js-composer js-comp-ver-5.6,vc_responsive
qode interactive strata

Recht auf Karfreitag als Feiertag für alle Arbeitnehmer/innen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir dürfen Sie über eine aktuelle Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) informieren.

In seinem Urteil zu C-193/17 Rechtssache Cresco Investigation GmbH/Markus Achatzi hat der EuGH am 22. Jänner 2019 entschieden, dass die Gewährung eines bezahlten Feiertags am Karfreitag in Österreich allein für diejenigen Arbeitnehmer/innen, die bestimmten Kirchen angehören (§ 7 Abs 3 Arbeitsruhegesetz), eine unionsrechtlich verbotene Diskriminierung wegen der Religion ist.

Das Urteil hat nun zur Folge, dass bis zu einer Neuregelung durch den österreichischen Gesetzgeber grundsätzlich alle Arbeitnehmer/innen – unabhängig von ihrer Religion – ein Recht auf den Karfreitag als Feiertag haben. Sofern sich ein/e Arbeitnehmer/in darauf beruft, am Karfreitag nicht arbeiten zu müssen, ist ihm/ihr daher entweder dieser Tag freizugeben oder ein Feiertagsentgelt für die an diesem Tag erbrachte Arbeitsleistung auszubezahlen.

Arbeitgeber sind jedoch nicht verpflichtet, allen Arbeitnehmer/innen von sich aus am Karfreitag freizugeben bzw ein Feiertagsentgelt auszubezahlen. Einen Anspruch darauf haben nur jene Arbeitnehmer/innen, die rechtzeitig beantragen, den Karfreitag (als Feiertag) freizubekommen. Ein regulärer Urlaubsantrag reicht hierfür nicht. Entsprechende Anträge könnten grundsätzlich bereits für den heurigen Karfreitag (19.April 2019) gestellt werden, sofern vom Gesetzgeber in der Zwischenzeit keine diskriminierungsfreie Gesetzesänderung beschlossen wird. Für bereits vergangene Karfreitage kann jedoch kein Feiertagsentgelt nachgefordert werden, wenn nicht damals bereits ein Antrag auf Gewährung des Feiertags (erfolglos) gestellt wurde.

Die Regierung plant – Medienberichten zufolge – mit dem Karfreitag keinen zusätzlichen Feiertag für alle einzuführen. Wir informieren Sie gerne, wenn es zu einer Neuregelung der Karfreitagsregelung kommt.

Für Fragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr Katharina Körber-Risak